Dienstag, 5. August 2014

Mein Weg zur Ostsee

Wofür eigentlich das ganze? 
Ein paar Klicks und man ist angemeldet, da war das Ziel 2014 schnell definiert. Bei den 500+ Trainingsstunden war dann doch etwas Zeit um genau darüber nachzudenken. Will man den ganzen Zauber wirklich? Training mit Gegenwind, bei Regen oder wenn ich einfach mal nicht meinen Rhythmus beim Laufen gefunden habe.

Wofür? Für tolle gemeinsame Trainings mit Freunden, für beeindruckende Landschaften im Bremer Umland und auf Mallorca. Für mehr Körperbewusstsein, für endlos viel Essen und gleich verbrennen!


Was liegt hinter mir?
512 Trainingsstunden und 268.819 Kalorien, über 1.500 Kilometer in Laufschuhen, mehr als 50.000 Höhenmeter hat mein Weg zur Ostsee gedauert. Und rechnerisch hab ich 46 Tüten Chips, 58 Tafeln Schokolade, 25 Flaschen (Angabe geschönt) Rotwein nicht verzerrt, weil ich großmäulig verkündet habe, dass es elf Monate (335 Tage!) keine Süßigkeiten und Alkohol gibt. Zum Glück war da noch Espresso!

Noch ein paar sportliche Erkenntnisse. Bis zu 3 Mal die Woche zu schwimmen, bringt tatsächlich Verbesserungen, ich bin begeistert und werde es fortsetzen. Vor allem macht es Spaß, wenn man sich nicht alleine um 6 Uhr morgens raus quält.

Radfahren. Wenn das nicht meine Disziplin ist. Radfahren kann ich, zumindest kann ich es lange. Was ich im Mai gelernt habe, 180km auf einem Zeitfahrrad sind was anderes als 20km. Hier zwickt was, der Nacken mag die Position nicht. Alles irgendwie unrund. Aber auf den letzten Kilometern kam dann doch noch so etwas wie Wohlfühl-Feeling.

Beim Laufen war eine Entzündung an der Achillessehne im Februar ein mittelgroßer Tiefschlag. Nein, nein, nein. gerade das Laufen….! Da brauch ich doch jeden Trainingskilometer.

Sechs Wochen Pause und exzentrisches Wadentraining. Das zerrt vor allem an den Nerven. Die ersten Läufe danach konnte ich die Gedanken „was, wenn die Schmerzen wieder kommen?“ nicht verdrängen. Aber von Lauf zu Lauf bis in die langen Läufe blieb die Sehne ruhig und auch die letzten Zweifel wurden kleiner.

Sonntag, 12. Januar 2014

Woche 2 - Sunday Bike Sunday

Mittlere Temperatur 2 Grad, gefühlte -2. Zumindest will das Garmin das für heute festgestellt haben.
Egal, die Sonne scheint und die meisten Sonnenstunden davon habe ich im Irgendwo auf einem 180Gramm-Sattel in Niedersachsen verbracht.

Die schlauste Idee war es, meine Mountainbike-Pedale zu montieren und die Arctic-MTB-Schuhe anzuziehen. Die beste Anschaffung gegen die Kälte, die ich im letzten Jahr getätigt habe.

Wochen Bilanz: 200 Radkilometer,  50km Laufen und 5 in der Schwimmhalle.
Mal kurz auf den Trainingsplan geschielt... Ganz okay für den Jahresanfang.

Trainingssong der Woche: Daft Punk - Around The World (Kid Dub Remix)

Eigentlich wollte ich die Woche bebildern... Naja, nächstes Mal.


Sonntag, 5. Januar 2014

Woche 1

Es geht um keine guten Vorsätze, zumindest nicht zum neuen Jahr... Die Entscheidung ist schon ein paar Tage älter.

Im letzten Jahr habe ich mein Wort gebrochen. "Ich werde nie eine Langdistanz machen...". Dann ist es passiert. Es erschien auf einmal nicht mehr unmöglich und ehe ich mich versah, hatte ich mit einem Klick auf "anmelden" jede Menge Trainingsstunden vor mir.

Nun versuche ich seit September in eine gute Form zu kommen. Und irgendwie ist mir auch das ganz okay gelungen. So dass das Training fahrt aufnehmen kann.

Vielleicht halte ich es auch durch, immer mal wieder ein bisschen darüber zu schreiben ;-)

Ach ja, ein bisschen trainiert habe ich in Woche 1 natürlich auch... und es lief ganz gut.

Trainingssong der Woche: Olli Schulz - mach den Bibo




Montag, 3. Juni 2013

Formfaktor

Es sind exakt 3 Wochen bis zum Start der Alpenüberquerung.
Was ist noch zu tun? Vorbereitungen? Was ist mit der Form?
Fragen, Fragen, Fragen.

Müssen noch mehr Radkilometer in die Beine und das bei dem bescheidenen Wetter?
Das Mallorca Trainingslager und 100te von Kilometern liegen weit zurück. Der verrückte Harz-Trip mit der Königsetappe von St. Andreasberg nach Stuhr und 300km durch Niedersachsen auch.


Letzten Sonntag gab es für mich den ersten Triathlon-Wettkampf in diesem Jahr. Die Form war überraschend gut und trotz nahezu keinem Lauftraining war das Gesamtergebnis mehr als zufriedenstellend.
Fazit: Die Form reicht aus. Muss ausreichen.


Der Trip ist bezahlt, die Anschlusstage sind gebucht, das Bike ist zusammengeschraubt. Für so ziemlich jedes Wetter ist eine entsprechende Hightech-Klamotte vorhanden.
Fazit: Alles was erledigt werden kann, ist getan.

Es gibt nur noch diese eine, kleine Sache… Am Fusse des Stilfser Jochs steht ein Schild, auf das viele Radfahrer ihre Vereinsaufkleber backen. Es versteht sich ja von selbst, dass wir – die Sonntagshelden – uns da auch verewigen müssen. Also, musste ein Entwurf her und… seht selbst:


Montag, 21. Januar 2013

Quadrathlon

Wenn mir vor 10 Jahren jemand erzählt hätte,
dass ich einmal an einem Wochenende standesgemäß (mit ausreichend alkoholischen Getränken) eine Kohltour machen würde und schon am nächsten Tag Sport treiben werde, ich hätte herzlich gelacht.

Jetzt ist es passiert. Nicht, dass ich nur am nächsten Tag etwas Sport gemacht hätte.
Nein, es müssen ja gleich zwei Trainingseinheiten - Laufen und Schwimmen - sein.

Und weil es ja nicht reicht, gleich mal am Sonntag ein paar Radkilometer bei -7 Grad machen.

Die Erkenntnis: Bei fünf (!) Lagen hochentwickelter Funktionstextilien bleibt man bei Ostwind zwar einigermaßen warm, aber das hindert das Wasser in der Trinkflasche nicht daran, den Aggregatszustand zu ändern... Ranga Yogeshwar wäre stolz auf mich.

Bin ich jetzt (sport)verrückt? Hat mich irgend so ein Mist "infiziert"?
Es wäre zu einfach, zu behaupten, dass mich sportliche Ziele treiben.
Auf jeden Fall richte ich mich, wenn auch unterbewusst, danach aus und
hatte meine vier Disziplinen – den Quadrathlon - an diesem Wochenende.

Freitag, 16. November 2012

Mountainbike Chronicles

Part 1 - Brocken Reloaded

Es soll Typen geben, die lassen sich von Damen in Lack und Leder die "Cojones" malträtieren...

Ich fahr auf einem dürftig gepolsterten Sattel an dessen anderen Ende ein Mountainbike geschraubt ist, steinige Schotterpisten runter...

Matsch ist das Element. Die grobstolligen Reifen schleudern einem ständig genug davon ins Gesicht und verzieren das Grinsen bis es zwischen den Zähnen knirscht.


Und dann kommen wir nach einer gefühlt ewigen Tragepassage wieder auf einen festen Weg und es fängt an zu schneien. Der erste Schnee für mich in diesem Herbst bzw. Winter. Auf meinem inzwischen dritten Trip in den Harz.

Loic ist vielleicht 200m vor mir. Ich weiß es nicht, weil ich ihn nicht mehr sehen kann. Auch die ganzen Wanderer, die zu Scharen oben aus dem Zug gestiegen sind und "nur" runter wandern, erkennt man bis auf wenige Meter gerade so.


Oben am Brocken ist das Tagesziel erreicht. Das zweite Mal in diesem Jahr und zum zweiten Mal bei ungemütlichen Wetterbedingungen. Mein Gehirn kann nur noch an zwei Dinge denken: Kohlenhydrate und Zucker. Und bitte so schnell wie möglich. Erst jetzt spüre ich, wie nass geschwitzt ich bin.


Kann es einen besseren Ort als diesen Gipfel geben, um sein Mountainbike zu taufen? Feierlich wird es mit Iso-Plörre auf den Namen: Luis T. Renker getauft.

Zurück müssen wir gefühlt ewig die kalten Temperaturen ertragen.
Ist der kleine Finger noch fühlbar? Schalten fällt schwer, die Füße bewege ich, um das Kribbeln los zu werden. Morgens unten in Bad Harzburg noch 8 Grad, jetzt das selbe nur in Minus. Später werden wir das bei 90 Grad ausschwitzen. Aber bis dahin ist es noch weit.


Sechs Stunden habe ich heute nur an eins gedacht: Kurbeln und die nächsten zehn Meter vor mir und ab und zu den Gedanken ans Umdrehen verdrängt. Es ist unglaublich, aber ich habe an nichts außer Radfahren gedacht.


Part 2 - Siebertal

1 1/2 Wochen später sind wir wieder hier, in dem Mittelgebirge, dass nur zwei Autostunden entfernt ist und eine unbeschreibliche Vielfalt an Fahrvergnügen bietet.
Das Wetter belohnt uns mit einem strahlend blauen Himmel. Das haben wir uns nach den letzten Malen verdient. Wir starten im Siebertal und schon nach 1,5 km müssen wir das Bike tragen, weil unser weg im Nichts endet.
Mal auf Schotterwegen, mal auf schmalen Wanderpfaden geht es Richtung Norden. Über 20 Kilometer treffen wir keine anderen Menschen, genial!


Die Entscheidung fällt schwer: Grinsen und Matsch zwischen die Zähne bekommen oder das Grinsen verkneifen?

Über den "Alten Briefträgerweg" fahren wir nach Sankt Andreasberg, heizen die 15% Strasse durch den Ort runter, um uns danach direkt in einem Waldweg, der gefühlt über 20% Steigung hat, den letzten Berg vorm Hotel zu erklimmen. Die Regel ist ganz einfach. Den Hintern artig aufm Sattel lassen, sonst dreht das Hinterrad durch und den Oberkörper schön nach vorne, damit der Vorderreifen wenigstens etwas Anpressdruck hat.


Am nächsten Tag soll es eine anständige Tour werden. Bei perfekten Licht, dass dass die Sonne durch die Bäume in den Wald bringt, geht es Richtung Süden über den grossen Knollen. Hier haben wir den ersten atemberaubenden Ausblick auf den Harz. Auf grandiosen, gefühlt unendlich langen, mit Laub bedeckten Single Trails gehts bergab zur Kupferhütte. Der Weg ist kaum zu erkennen. Wieder mit ordentlichen Tragepassagen über den Bismarckturm fahren wir nach Bad Lauterbach. Die vielen kleinen Wege sind einmalig.



Nach einem doppelten Espresso fahren wir an der Odertalsperre entlang und danach einen ewig langen Anstieg wieder Richtung Sankt Andreasberg. Hier nutzen wir natürlich wieder die steil abfallende Hauptstrasse, um den Tacho mal über 60 kmh zu bringen.



So ein Hefeweizen schmeckt nach so einem Tag ganz anders!




Freitag, 2. November 2012

Harz, Harz, Harz

Musik kann süchtig machen. Schokolade auch... Ich bin voll auf Harz.

Die Tagestour mit Loic auf den Brocken hat mich infiziert.
Auch, wenn es kalt war, wenn es naß war und wenn man am Anstieg über den Hirtenstieg (der selbst unter Wanderen als "hart" beschrieben wird) am "kotzen" ist.
Es ist ein unbeschreibliches Gefühl oben zu sein.



Ergebnis:
Dieses Wochenende Mountainbike unterm Hintern und in einer Woche wieder und natürlich im Harz und natürlich mit Loic. Wie ich uns kenne, werden wir auch mit ein paar Dopingmitteln* experimentieren.


Allerdings ist die Zeit zwischen den Touren für meinen Geschmack zu lang.
Also, was machen, wenn es zu dieser Jahreszeit gefühlt andauernd dunkel ist?
Selbst das Navi im Auto springt nur selten aus der Nachtdarstellung in den Tagesmodus...
Aktueller Masterplan: Mit dem Rad zu Arbeit. So oft es geht... im Winter. Immer.


*Flaschen Rotwein